DAS LOCH

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DAS LOCH, 1990
Entwurf einer Dauerinstallation für den Wiesbadener Kranzplatz (Kochbrunnen), geleitet von der Idee, der Skulptur auch in der Tiefe Raum zu verschaffen.

Die Position im Stadtgebiet
Innenstadt Wiesbaden, am nordöstlichen Ende der Einkaufs- & Fußgängerzone, im Zentrum des Kranzplatzes an der Hauptquelle des Kochbrunnens, der berühmtesten Heilquelle Wiesbadens, die schon zur Römerzeit (AQUIS MATTIACIS- Quellen der Mattiaker) dem Ort eine herausragende Bedeutung gab.

Die Gestaltung
Über eine Rampe, vom alten Quellenpavillon aus in die Skulptur führend, betritt man das Loch durch einen Einschnitt in dessen vorderer Längswand, über die auf der gesamten Fläche das heiße Kochbrunnen-Quellwasser in Richtung des Loch-Bodens fließt, der sich ca. l5 m unterhalb der Umgebungsoberfläche erstreckt. In der Mitte der Bodenfläche wird ein als Sitzmöglichkeit geeigneter runder, polierter Granitstein (Durchmesser: 4,00 m) plaziert. Die leicht abgeschrägten seitlichen Wände des Lochs bestehen aus grobgeschlagenen Granitplatten.

».... Das Merkwürdigste an einem Loch ist der Rand. Er gehört noch zum Etwas, sieht aber beständig in das Nichts, eine Grenzwache der Materie. Das Nichts hat keine Grenzwache: während den Molekülen am Rande eines Lochs schwindlig wird, weil sie in das Loch sehen, wird den Molekülen des Lochs.... festlig? Dafür gibt es kein Wort. Denn unsere Sprache ist von den Etwas-Leuten gemacht; die Loch-Leute sprechen ihre eigene. Das Loch ist statisch; Löcher auf Reisen gibt es nicht. Fast nicht. ...«

Kurt Tucholsky, 1931