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#MEAT ist eine assoziative Abstraktion des Faust-Stoffes und seine dramaturgische Fortsetzung im 21. Jahrhundert. 

Mit der Renaissance beginnt das Zeitalter der modernen Wissenschaft und des Gelehrtentums. Der Universalgelehrte, wie Doktor Faust, gilt als Ideal jener Epoche. Das rationale Denken der Renaissance löst die Gläubigkeit des Mittelalters ab. Und das vorherrschende «Wir», das die Selbstwahrnehmung des Mittelalter prägte, wird zum «Ich» in der Renaissance. Diese Neudefinition der eigenen Stellung in der Welt wird zum einschneidenden Impuls in der geistigen und geistlichen Entwicklung der Menschheit. Bis heute prägt das Ego das Denken und Handeln. 

Die Grundlagen der Empirie werden entwickelt: Beobachtungen, Untersuchungen, Forschungen und Beweisführung bilden die Basis für wissenschaftliches Arbeiten. Das Geistige wird systematisch immer mehr durch die Materie verdrängt. Bis in kleinste Teile wird sie zerteilt, erforscht und analysiert. Heute, 500 Jahre später, etwa seit der zweiten Jahrtausendwende, geht dieser Renaissance-Impuls zu Ende. 

Der Film #MEAT setzt zu Beginn des Industriezeitalters ein und endet mit der Auflösung des «Ichs» in Zeit und Raum in der digitalen, immateriellen Gegenwart. Dabei verlässt #MEAT die wissenschaftliche Methoden und Illustrationen von Marc van den Broeks Buch «Erfindungsgeister» und wählt stattdessen eine künstlerisch-poetische Auseinandersetzung mit der Entwicklungsgeschichte. 

#MEAT spielt Sequenzen zwischen Traum und Wirklichkeit und in den Welten zwischen der modernen Wissenschaft, der Liebe und der Freiheit. Er leuchtet archaische Regionen aus. Die Bilder bleiben unkommentiert, Klänge unterstützen die Wirkung. 

#MEAT wendet sich bewusst nicht an den Intellekt, denn der Inhalt ist nicht zu begreifen. Er erreicht jedoch die Intuition und Emotionen auf eine erschütternd intensive Weise. 

Als Fazit bietet #MEAT an: Wie Faust, erkennt der Protagonist die Unvereinbarkeit von Verstand und Liebe. Ein Spannungsfeld, das jeder Betrachter individuell ausgestaltet.